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In Zeiten von CORONA kostenfrei für alle: komplette Ausgabe Heft 02-2020

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So spricht der Herr Zebaoth: Es sollen hinfort wieder sitzen auf den Plätzen Jerusalems alte Männer und Frauen, jeder mit seinem Stock in der Hand vor hohem Alter, und die Plätze der Stadt sollen voll sein von Knaben und Mädchen, die dort spielen.

Liebe Leserinnen und Leser,  

diese Verse aus dem Propheten Sacharja malen ein wunderschönes Bild: Plätze der Stadt, an denen sich die Generationen begegnen. Die Bilder vom himmlischen Jerusalem werden gemalt für alle Generationen. Ohnehin ist das Miteinander der Generationen ein selbstverständliches Thema der Bibel, wie auch Bernd Biberger in seinem Beitrag zeigt. Warum ein Heft zu diesem Thema?

Wenn man heute auf die Kirche schaut, dann bleibt ein großer Anspruch, generationenübergreifend zu arbeiten, aber die Praxis zeigt oft ein anderes Bild. Gottesdienste sind längst Zielgruppenangebote, viele Gruppen und Kreise sind es ohnehin – eine Begegnung der Generationen findet nur selten wirklich statt. Und das in Zeiten, wo die Unterschiede zwischen den Generationen kaum größer sein können, in ihren Wert- und Geschmacksvorstellungen, ihren Präferenzen von Lebens- und Glaubensführung, ihren technischen Fertigkeiten und ihren Vorstellungen vom Zusammenleben. Uns ist es deshalb ein Anliegen, das Miteinander der Generationen wieder bewusster in den Blick zu nehmen und Gestaltungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Wie immer in mehr theoretischen und ganz praktischen Hinsichten, mit Erfahrungen guter Praxis, die geteilt werden, und mit programmatischen Ideen und Zielen, die Sie nach Umsetzung fragen. Wir betrachten die Generationen x und y in den kirchlichen Berufen, fragen nach den Folgen der Singularisierung für das kirchliche Handeln, stellen viele generationenübergreifende und generationenverbindende Projekte vor, zeigen aber auch, wie sich Kirche im Lauf der Generationen verändert, etwa zu einer Kasualagentur wird oder als Messy Church gestaltet wird. Wir fragen nach der Verantwortung der Generationen füreinander, schauen auf die jungen Generationen der Gemeindepädagogik und vergessen natürlich nicht die generationenübergreifenden kirchenjahreszeitlichen Anlässe wie die Einschulung.

Während ich dieses Vorwort schreibe, ist das Bild vom Marktplatz mit allen Generationen freilich in weite Ferne gerückt. Kontaktverbot gilt aufgrund der Corona-Pandemie, die auf den letzten Metern auch Verzögerungen in der Produktion dieser Ausgabe verursacht hat. Gerade weil die Älteren besonders in Gefahr sind, wird der Generationenkontakt nicht empfohlen. Das ist nötig und richtig. Und vielleicht entstehen genau deshalb gerade neue Formen des Kontaktes, neue Qualitäten der Fürsorge füreinander – wünschenswert wäre es, und gern in die Zukunft hinein! Wie auch immer die Situation sein mag, wenn Sie dieses Heft in Händen halten: Bleiben Sie behütet!

Ihr

Lars Charbonnier

E-Mail: redaktion@praxis-gemeindepaedagogik.de

 

 

Die PGP-Ausgabe »GEMEINDEPÄDAGOGIK« können Sie hier beim Verlag bestellen.

Auch im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-374-06536-3.