pgp_start

Entdecken Sie die PRAXIS GEMEINDEPÄDAGOGIK, Zeitschrift für evangelische Bildungsarbeit

Vorwort der PGP-Ausgabe 3/2018: »FREIZEIT(EN)«

Liebe Leserinnen und Leser,  

Gott nimmt sich Freizeit – so stellt unser Autor Jörg Schneider in seinen biblischen Erkundungen zum Thema Freizeit aufgrund der Schöpfungserzählung fest. Selbst wenn das Wort nicht fällt, das Thema dahinter wird in der Bibel deutlich erkennbar: Wie gestaltet der Mensch seine Lebenszeit? Wie teilt er sie ein, nach welchen Zwecken, mit welchen Ansprüchen? Und warum stellt er sich diese Fragen immer erst dann, wenn die Balance verloren geht? Und warum merkt er das immer so spät? Womit wir in der Urlaubszeit gelandet wären …

Dieses Heft nimmt ein schillerndes Thema in den Blick: Freizeit und Freizeiten. Es begibt sich hinein in die scheinbaren Selbstverständlichkeiten und fragwürdigen Ambivalenzen, die gerade die Kirche und ihre pädagogischen Handlungsfelder betreffen: Wie können gute Freizeitangebote, wie können gar gute Freizeiten gestaltet werden? Was bedeutet es in der heutigen Gesellschaft und mit den heutigen Menschen Freizeitanbieter auf einem umkämpften Markt zu sein? Wie gehen Hauptamtliche damit um, dass sie vor allem für die Freizeit und zeitlich in der Freizeitgestaltung der Menschen arbeiten? Und warum arbeiten Menschen freiwillig in ihrer Freizeit, gerade auch in der Kirche? All diese Fragen und noch mehr werden in unseren Beiträgen gestellt. Praxisbeispiele sind wie gewohnt ebenso vertreten wie Hintergrundinformationen und reflektierte Erfahrungsberichte. Und wie so oft in den PGP-Heften bietet es sich an, die Texte selbst als Quellen und Material in der gemeindepädagogischen Praxis zu verwenden – schauen Sie doch mal, wie das funktioniert, und schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen!

In der beruflichen Weiterbildung nehme ich wahr, dass Zeit- und Selbstmanagement wieder zu den großen Weiterbildungs-Bedürfnissen zählen. Nicht selten spielen leistungsorientierte Optimierungs- und Effizienzvorstellungen eine Rolle, selten aber tragen sie zur Lösung bei. Einen gesunden Umgang mit der eigenen Lebenszeit zu entwickeln, verstehe ich auch als eine spirituelle, religionspädagogische Aufgabe. Sie immer wieder auch bewusst zu bearbeiten und selbst in gottesdienstlichen Zusammenhängen – oder gerade dort – ins Bewusstsein zu rufen, scheint mir deshalb wichtig. Alles hat seine Zeit, so lehrt uns der Prediger, und seine Konsequenz können wir als freie Christenmenschen gern fröhlich leben: „Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben.“ (Koh 3,11f.)

Möge das auch Ihre Sommer(frei)zeiten prägen!

 

 

Lars Charbonnier

E-Mail: redaktion@praxis-gemeindepaedagogik.de

 

 

Die PGP-Ausgabe »BETEN« können Sie hier beim Verlag bestellen.

Auch im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-374-05713-9.