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Entdecken Sie die PRAXIS GEMEINDEPÄDAGOGIK, Zeitschrift für evangelische Bildungsarbeit

Vorwort der PGP-Ausgabe 1/2018: »SPRACHE«

Liebe Leserinnen und Leser,  

„An ihrer Sprache sollt ihr sie erkennen!“ So überschrieb Hans Jacob 1938 seinen in der von Brecht u.a. herausgegebenen Exilzeitschrift „Das Wort“ veröffentlichten Aufsatz gegen die Gleichschaltung der deutschen Sprache. Ihre Worte sind die Früchte der falschen Propheten, so wendet er den vielzitierten Satz aus Mt 7,15 hier an und warnt damit eindrücklich vor den politischen Implikationen von Sprache. Heute ist diese Warnung nicht minder aktuell, auch heute ist nicht nur relevant, was gesagt wird, sondern auch wie es gesagt wird. Denn unsere Sprache prägt, inszeniert, kreiert unsere Wirklichkeit.

Als Protestanten wissen wir um das Risiko der Worte und zugleich um ihre immense Bedeutung: Kommt doch der Glaube aus dem Hören auf das Wort, ist doch unsere kirchliche Praxis zuerst und wesentlich die der Kommunikation des Evangeliums. Unsere Glaubenswelt bauen wir auf, erschließen wir, gestalten wir ganz wesentlich über unsere Sprache, verbal und nonverbal, direkt wie indirekt. Und auch wir werden nicht nur an den Taten, sondern auch und zumeist an unseren Worten gemessen.

Die Fähigkeit, in unserer Zeit sprachfähig zu sein über unseren Glauben, gehört deshalb zu den wesentlichen Bildungsaufgaben der Gemeindepädagogik. Wer andere in die Sprache des Glaubens einführen und diese mit ihnen entdecken und entwickeln will, braucht selbst eine hohe Reflexion eigener Sprache, eigener Kommunikation. Wie rede ich verständlich und einfach, ohne nichtssagend zu werden? Wie gestalte ich gemeinsame Sprachräume und leite an zu gemeinsamen Sprachspielen? Wie kommuniziere ich angemessen in Raum und Zeit, als Liturg oder in Krisensituationen? Wie kann ich die Sprachkraft Martin Luthers heute nutzen und selbst zu neuer Sprachkraft kommen? Alles das sind Fragen, die die Beiträge dieses Heftes bearbeiten. Wie immer decken sie dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Perspektiven und unterschiedlicher Sprachwelten ab. Sie laden ein, auch miteinander ins Gespräch zu kommen.

Diese Ausgabe ist aber nicht nur deshalb besonders, weil sie sich einem Kernthema gemeindepädagogischer Arbeit widmet. Es ist die erste Ausgabe seit 2011, die nicht unter der Schriftleitung von Matthias Spenn veröffentlicht wird. Ich darf Sie im Namen der Redaktion als neuer Schriftleiter herzlich grüßen. Mein Name ist Lars Charbonnier, ich bin Pfarrer und arbeite als Studienleiter in der kirchlichen Erwachsenenfortbildung. Seit 2013 bin ich Mitglied der Redaktion und darf von nun an diese Arbeit als Schriftleiter fortführen. Ich danke meinen Redaktionskolleginnen und -kollegen und dem Verlag sehr herzlich für das Vertrauen! Und ich bitte Sie herzlich weiterhin um Ihre kritisch-konstruktive Partnerschaft mit unserer Arbeit. Es war, ist und bleibt mein und unser Ziel, dass die PGP ein prägender Diskursraum für die gemeindepädagogische Praxis bleibt. Spannende Hintergründe und anregende Praxiserfahrungen und -impulse aus dem weiten Feld evangelischer Bildungsarbeit wollen wir hier weiterhin für Sie mit hoher Qualität zusammenstellen, um Sie in Ihrer Arbeit relevant zu unterstützen. Wenn Sie Anregungen für uns haben, wie wir das künftig noch besser tun können, schreiben Sie uns bitte. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen!

 

Lars Charbonnier

E-Mail: redaktion@praxis-gemeindepaedagogik.de

 

 

Die PGP-Ausgabe »SPRACHE« können Sie hier beim Verlag bestellen.

Auch im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-374-05456-5.
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