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Entdecken Sie die PRAXIS GEMEINDEPÄDAGOGIK, Zeitschrift für evangelische Bildungsarbeit

Vorwort der PGP-Ausgabe 2/2019: »DIGITAL«

Liebe Leserinnen und Leser,  

Ich respektiere das Gegebene.
Daneben aber freilich auch das Werdende,
denn eben dieses Werdende
wird über kurz oder lang
abermals ein Gegebenes sein.
Das Alte sollen wir lieben,
das Neue sollen wir leben.

So schreibt Theodor Fontane in seiner Weisheit. Und der renommierte Managementlehrer Peter Drucker warnt sogar: „In times of change the greatest danger is to act with yesterday’s logic.“ Die heutige Logik, das heutige Verständnis der Welt, das Werdende ist schon sehr von den neuen digitalen Technologien geprägt – das Morgige wird es erst recht sein. Kaum ein Lebensbereich und sicherlich kein Bereich der Arbeitswelt wird nicht von digitalen Transformationen und Künstlicher Intelligenz verändert werden. Es geht um weit mehr als wenig soziale Social Media und hochintelligente Staubsauger. Aber um was genau? So einfach ist es eben nicht, die neue Logik zu beschreiben, wenn man sie noch nicht kennt. Da braucht es viel Ausprobieren, Fantasieren, Querdenken, und dazu braucht es Mut und Zeit und manchmal auch Geld. Auch in der Kirche, in den Gemeinden. 

Wo neue Herausforderungen aufkommen, treten alte Fragen wieder hervor: Wer steuert den Wandel? Wem dient der Wandel? Dürfen wir alles, was geht, und wer macht es sonst? Was für die Gesellschaft im Ganzen gilt, gilt in unterschiedlicher Reichweite und Qualität für ihre Teilbereiche, auch für die Bildung. Der Digitalpakt mag Voraussetzungen ermöglichen, um am Ort der Schule digital am Puls der Zeit sein zu können – die wesentlichen Fragen stecken aber auch hier in den konzeptionellen und inhaltlichen Herausforderungen.

All diesen Herausforderungen sieht sich auch die Kirche, sieht sich auch die Gemeindepädagogik gegenübergestellt. Zwar blickt der Protestantismus auf eine enge Verbindung mit der Mediengeschichte zurück, aber die Unsicherheit und die Fragen angesichts des digitalen Wandels sind auch hier groß. Und zugleich wächst das Angebot, sprießen Ideen und Gestaltungsvorschläge rund um digitale Tools und Methoden – das Thema rückt seit wenigen Jahren, aber nun zunehmend in den Fokus verfasst-kirchlicher
Aufmerksamkeit. 

In aktuelle Diskurse und ambivalente Herausforderungen wollen wir mit dieser Ausgabe der PGP einführen. Unser Schwerpunkt liegt deutlich auf der digitalen Wirklichkeit und den Möglichkeiten, sie in das gemeindepädagogische Handeln schon heute einzubeziehen. Viele bereits bestehende erfolgreiche Projekte und Methoden mit digitalen Medien und digitaler Kommunikation stellen wir vor, geben Praxisanregungen und Informationen für konkrete Umgangsweisen. Denn es sind die Fragen des „Wie“ zu erörtern, die Fragen nach den Zusammenhängen und Konsequenzen innerhalb der neuen Logik „digitales Zeitalter“, nicht mehr die Frage des „Ob“. 

Mir hilft es, in all diesen Entwicklungen auf eine sichere Basis bauen zu können. Gerade in diesen österlichen Zeiten ist sie sehr präsent, etwa im Monatsspruch für den April: Jesus Christus spricht: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ In diesem Sinne, ob ganz papier-analog oder digital – Ihnen viel Freude beim Lesen!

 

Lars Charbonnier

E-Mail: redaktion@praxis-gemeindepaedagogik.de

 

 

Die PGP-Ausgabe »GEMEINDEPÄDAGOGIK« können Sie hier beim Verlag bestellen.

Auch im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-374-05897-6.